Abfindung, Kündigungsentschädigung und immaterieller Schadenersatz im Arbeitsrecht
1. Einleitung
Zu den wichtigsten Schutzmechanismen des türkischen Arbeitsrechts Abfindung, Kündigungsentschädigung und Entschädigung für immaterielle Schäden . Diese Regelungen, die den willkürlichen Gebrauch des Kündigungsrechts durch den Arbeitgeber einschränken, schützen sowohl die wirtschaftlichen als auch die persönlichen Rechte des Arbeitnehmers.
⚖️ Oberster Gerichtshof, 9. Zivilkammer, Fall Nr. 2016/27988, Entscheidung Nr. 2018/18444:
„Das Arbeitsrecht zielt darauf ab, den Arbeitnehmer zu schützen, und Abfindung und Kündigungsentschädigung sollten im Sinne des Arbeitnehmers weit ausgelegt werden.“
2. Abfindung
2.1. Rechtsgrundlage
Die Abfindung ist in Artikel 14 des Arbeitsgesetzes Nr. 1475 geregelt, das weiterhin gültig ist . Sie stellt eine Entschädigung für die jahrelange Arbeitsleistung des Arbeitnehmers dar.
2.2. Geschäftsbedingungen
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Der Arbeitnehmer muss mindestens ein Jahr lang beschäftigt gewesen sein.
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Ungerechtfertigte Kündigung des Arbeitsvertrags durch den Arbeitgeber
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Kündigung des Arbeitsverhältnisses aus wichtigem Grund durch den Arbeitnehmer (Arbeitsgesetz, Artikel 24)
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Beendigung des Arbeitsverhältnisses aufgrund von Heirat (innerhalb eines Jahres) für weibliche Angestellte
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Beendigung des Arbeitsverhältnisses eines männlichen Angestellten aufgrund seines Militärdienstes
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Ruhestand oder Tod
⚖️ Oberster Berufungsgerichtshof, 9. Zivilkammer, Fall Nr. 2014/21717, Entscheidung Nr. 2016/12614:
„Die Abfindung ist eine Vergütung für die treue Arbeit des Arbeitnehmers. Ein Arbeitnehmer, der seinen Arbeitsvertrag aus wichtigem Grund kündigt, hat ebenfalls Anspruch auf Abfindung.“
2.3. Berechnung
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Die Berechnung erfolgt auf Basis des Bruttolohns von 30 Tagen pro Jahr .
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Wiederkehrende Zahlungen wie für Lebensmittel, Transport und Boni sind inbegriffen.
📊 Beispiel:
Abfindung für einen Mitarbeiter, der 8 Jahre gearbeitet und ein monatliches Bruttogehalt von 18.000 TL bezogen hat:
8 x 18.000 TL = 144.000 TL
⚖️ Oberster Gerichtshof, 22. Zivilkammer, Fall Nr. 2015/33458, Entscheidung Nr. 2018/1247:
„Bei der Berechnung der Abfindung sind nicht nur das Grundgehalt, sondern auch alle regelmäßig gezahlten Leistungen zu berücksichtigen.“
3. Abfindung
3.1. Rechtsgrundlage
Artikel 17 des Arbeitsgesetzes Nr. 4857 regelt die Kündigungsfristen. Die Partei, die die Kündigungsfristen nicht einhält, hat der anderen Partei eine Abfindung zu zahlen.
3.2. Benachrichtigungsfristen
| Arbeitszeit | Benachrichtigungszeitraum |
|---|---|
| 0-6 Monate | 2 Wochen |
| 6-18 Monate | 4 Wochen |
| 18-36 Monate | 6 Wochen |
| 36 Monate + | 8 Wochen |
3.3. Berechnung
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Die Gebühr für die Kündigungsfrist wird als Abfindung gezahlt.
📊 Beispiel:
Ein Arbeitnehmer mit 3 Jahren Betriebszugehörigkeit hat ein Bruttogehalt von 20.000 TL. → 6 Wochen:
20.000 ÷ 4 = 5.000 TL (wöchentlich)
5.000 x 6 = 30.000 TL
⚖️ Oberster Gerichtshof, 9. Zivilkammer, Fall Nr. 2013/21724, Entscheidung Nr. 2014/15078:
„Die Partei, die den Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beendet, ist verpflichtet, der anderen Partei eine Abfindung zu zahlen.“
⚖️ Oberster Berufungsgerichtshof, 22. Zivilkammer, Rechtssache Nr. 2016/16264, Entscheidung Nr. 2019/2542:
„Die Abfindung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsplatzsicherheit. Wird die Kündigungsfrist, die sich nach der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers berechnet, nicht eingehalten, ist eine Abfindung zu gewähren.“
4. Immaterieller Schaden
4.1. Rechtsgrundlage
Gemäß Artikel 58 des türkischen Obligationenrechts kann ein Arbeitnehmer, dessen Persönlichkeitsrechte verletzt wurden, Schadensersatz für immaterielle Schäden verlangen. Die Kündigungsgründe gemäß Artikel 24 und 25 des türkischen Arbeitsgesetzbuches können ebenfalls in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden.
4.2. Anwendungsgebiete
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Mobbing: Ständiger Druck und Demütigung.
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Beleidigung und Verleumdung: Worte und Handlungen, die die Würde eines Mitarbeiters verletzen.
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Unrechtmäßige Entlassung: Die Entlassung eines Arbeitnehmers auf eine Weise, die seine persönlichen Rechte verletzt.
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Sexuelle Belästigung: Einer der schwerwiegendsten Gründe für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen wegen immaterieller Schäden.
⚖️ Oberster Berufungsgerichtshof, 22. Zivilkammer, Rechtssache Nr. 2014/3245, Entscheidung Nr. 2016/5678:
„Der Anspruch eines Arbeitnehmers auf Schadensersatz wegen immaterieller Schäden, der Mobbing ausgesetzt war, sollte anerkannt werden. Die angemessene Höhe des Schadensersatzes sollte unter Berücksichtigung des dem Arbeitnehmer entstandenen psychischen Schadens bestimmt werden.“
⚖️ Oberster Berufungsgerichtshof, 9. Zivilkammer, Fall Nr. 2016/15189, Entscheidung Nr. 2018/1234:
„Die Entlassung eines Arbeitnehmers in erniedrigender Weise am Arbeitsplatz stellt einen Grund für die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen wegen immaterieller Schäden dar.“
⚖️ Oberster Berufungsgerichtshof, 4. Zivilkammer, Rechtssache Nr. 2017/3214, Entscheidung Nr. 2019/6572:
„Ein Arbeitnehmer, der sexueller Belästigung ausgesetzt war, hat Anspruch auf Schadensersatz für immaterielle Schäden. Die Höhe des Schadensersatzes muss dem Opfer den erlittenen immateriellen Schaden ersetzen.“
5. Verjährungsfrist
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Abfindung und Kündigungsentschädigung: 5 Jahre (Arbeitsgesetz Artikel 32/letzter Absatz, nach der Änderung von 2017)
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Immaterieller Schadenersatz: 10 Jahre (Türkisches Obligationenrecht, Artikel 146)
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Unerlaubte Handlungen: 2 Jahre (ab Kenntniserlangung), in jedem Fall 10 Jahre.
⚖️ Oberster Gerichtshof, 9. Zivilkammer, Rechtssache Nr. 2016/7543, Entscheidung Nr. 2018/5421:
„Die Verjährungsfrist für Abfindung und Kündigungsentschädigung beträgt 5 Jahre. Für immaterielle Schäden gelten die allgemeinen Bestimmungen des türkischen Obligationenrechts.“
6. Vergleichstabelle
| Art der Vergütung | Rechtsgrundlage | Bedingungen | Berechnung | Verjährungsfrist | Urteil des Obersten Gerichtshofs |
|---|---|---|---|---|---|
| Dienstalter | 1475 s. K. m.14 | 1 Jahr + Kündigungsbedingungen | 30 Tage Bruttogehalt pro Jahr | 5 Jahre | Arbeitsentgelt, weit ausgelegt zugunsten des Arbeitnehmers |
| Beachten | Artikel 17 des Gesetzes Nr. 4857 | Nichteinhaltung der Benachrichtigungsfrist | Zahlung abhängig von der Dauer | 5 Jahre | Gemäß den Bestimmungen zur Arbeitsplatzsicherheit obligatorisch |
| Spirituell | Türkisches Obligationenrecht, Artikel 58 | Verletzung von Persönlichkeitsrechten | richterliche Ermessensausübung | 10 Jahre | Hohe Raten an Mobbing und Beleidigungen |
7. In der Praxis aufgetretene Probleme
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Arbeitgeber zahlen zu niedrige Abfindungen
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Falsche Berechnung der Kündigungsfrist
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Schwierigkeit des Nachweises bei Ansprüchen auf immateriellen Schadenersatz.
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Unzureichende Zeugenaussagen
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Beschäftigungszeiten ohne Versicherungsschutz werden nicht berücksichtigt
⚖️ Oberster Gerichtshof, 9. Zivilkammer, Rechtssache Nr. 2015/32567, Entscheidung Nr. 2017/11453:
„Zeiträume der Beschäftigung ohne Versicherung sollten bei der Berechnung der Abfindung ebenfalls berücksichtigt werden, sofern sie durch Zeugenaussagen belegt werden können.“
8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Erhalte ich eine Abfindung, wenn ich freiwillig kündige?
Nein, im Falle einer regulären Kündigung ist dies nicht möglich. Es ist jedoch bei Wehrdienst, Heirat, Ruhestand und berechtigter Kündigung möglich.
2. Was passiert, wenn der Arbeitgeber die Kündigungsfrist nicht einhält?
Das Gericht entscheidet zugunsten des Arbeitnehmers und spricht ihm eine Abfindung zu.
3. Welche Art von Beweismitteln ist für die Geltendmachung von immateriellen Schäden erforderlich?
Als Beweismittel können alle Arten verwendet werden, beispielsweise Zeugenaussagen, psychologische Gutachten, Korrespondenz am Arbeitsplatz und Kameraaufnahmen.
4. Werden Bonuszahlungen bei der Berechnung der Abfindung berücksichtigt?
Ja, wiederkehrende Zahlungen sind inbegriffen.
5. Wie bestimmt der Richter die Höhe des immateriellen Schadens?
Die Schwere des Vorfalls, die emotionale Belastung des Arbeitnehmers und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Beteiligten werden berücksichtigt.
6. Könnte der Arbeitnehmer auch zur Zahlung einer Abfindung verpflichtet sein?
Ja, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, ohne die Kündigungsfrist einzuhalten, muss er dem Arbeitgeber eine Abfindung zahlen.
9. Schlussfolgerung
Abfindung, Kündigungsentschädigung und Entschädigung für nicht gezahlte Löhne sind die wichtigsten Institutionen im türkischen Arbeitsrecht, die dem Ziel des Schutzes des Arbeitnehmers dienen.
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Die Abfindungist eine Entschädigung für die Arbeitsleistung eines Arbeitnehmers.
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Die Abfindungsorgt für Ausgleich im Falle einer Kündigung.
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Die Entschädigung für immaterielle Schädensichert die persönlichen Rechte des Arbeitnehmers.
Die Urteile des Obersten Gerichtshofs Auslegung zugunsten des Arbeitnehmers und verdeutlichen die Verantwortlichkeiten der Arbeitgeber.