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Versicherungsmathematische Berechnung

 

AKTUELLEWERTBERECHNUNGEN?

Versicherungsmathematische Berechnungen sind die mathematische Ermittlung des Schadens, der einem Opfer in Entschädigungsklagen aufgrund von Verlusten durch Tod, Krankheit, Behinderung, Ruhestand, Unfall, unerlaubte Handlung, Feuer, Überschwemmung, Erdbeben oder andere Naturkatastrophen entsteht. Versicherungsmathematische Berechnungen werden von Experten auf diesem Gebiet durchgeführt.

Für Berechnungen auf diesem Gebiet verwenden Experten drei verschiedene Sterbetafelverfahren: PMF 1931, TRH 2010 und CSO 1980. Die vom Kassationsgerichtshof in Entschädigungsfällen üblicherweise verwendete Sterbetafel ist PMF 1931. Diese Sterbetafeln berücksichtigen das Alter des Verletzten zum Zeitpunkt der Verletzung sowie das Höchstalter, in dem die Verletzung nach ihrem Eintritt ihre Auswirkungen zeigt.

WELCHE KRITERIEN WERDEN ZUR BERECHNUNG DER TATSÄCHLICHEN ENTSCHÄDIGUNGSHÖHE IN ENTSCHÄDIGUNGSFÄLLEN VERWENDET ?

Versicherungsmathematische Berechnungen basieren auf den tatsächlichen Daten des Geschädigten. Daher dürfen sie nicht auf emotionalen Kriterien beruhen. Beispielsweise wird in Nachrichtenberichten über Entschädigungsansprüche, die einem Fahrer nach einem Verkehrsunfall mit Armverlust und daraus resultierender Arbeitsunfähigkeit zugefügt werden, oft von Aussagen wie „Der Wert eines Arms beträgt … [Betrag]“ berichtet. Versicherungsmathematische Berechnungen zeigen jedoch, dass die Höhe der Entschädigung von Fall zu Fall variiert. Emotionale Schlussfolgerungen aus Gerichtsentscheidungen bei Entschädigungsansprüchen zeugen daher von einer Missachtung der in den versicherungsmathematischen Berechnungen berücksichtigten Kriterien.

Selbst wenn Personen durch dasselbe Ereignis denselben Schaden erleiden, können die in Entschädigungsverfahren angewandten versicherungsmathematischen Berechnungen nicht in jedem Fall identisch sein. Betrachtet man beispielsweise zwei Personen, die bei einem Verkehrsunfall schwere Gesichtsverletzungen erlitten haben – eine ein Model und eine Lehrerin –, so dürfte die versicherungsmathematische Berechnung des Schadens für das Model höher ausfallen. Dies liegt daran, dass die Gesichtszüge des Models auch in ihrer Arbeit eine Rolle spielen.

Die bei den versicherungsmathematischen Berechnungen berücksichtigten Kriterien sind folgende :

  • Beruf, wirtschaftlicher und sozialer Status des Opfers
  • Inwieweit beeinträchtigt der erlittene Schaden die Fähigkeit der Person, ihre Arbeit oder ihren Beruf auszuüben?
  • Das Alter des Verletzten und die voraussichtliche Lebenserwartung (Höchstaltersgrenze)
  • Ist die von dem Schaden betroffene Person pflegebedürftig geworden, und wenn ja, welche Pflegekosten sind entstanden?
  • Die Schuld des Geschädigten an der Verursachung des Schadens
  • Ob die geschädigte Person lebt oder verstorben ist, spielt eine Rolle. Im Todesfall wird dies bei der Berechnung des den Hinterbliebenen entstandenen Schadens berücksichtigt. Denn Artikel 53 Absatz 3 des türkischen Obligationenrechts räumt den Hinterbliebenen im Todesfall des Geschädigten das Recht auf Schadensersatz ein.

 

 

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