Können Abschiebungsverfahren in Kanada rechtmäßig gestoppt werden?
1. Einleitung
Kanada, mit seiner starken Rechtsstaatstradition, bietet bestimmte Schutzmechanismen für Personen in Einwanderungs- und Abschiebungsverfahren. Insbesondere Personen, denen Abschiebung droht, haben Rechte, die sich sowohl aus nationalen Gesetzen als auch aus internationalen Konventionen ergeben. Dieser Artikel erläutert die rechtlichen Möglichkeiten zur Aussetzung von Abschiebungsverfahren in Kanada, die Berufungsverfahren und die gerichtliche Überprüfung.
2. Was ist eine Abschiebung (Ausweisung)?
In Kanada werden Abschiebungsverfahren im Allgemeinen dem Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetz (Immigration and Refugee Protection Act, IRPA) . Gründe, die zur Abschiebung einer Person aus Kanada führen können, sind unter anderem:
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Einreise ins Land mit ungültigen oder gefälschten Dokumenten
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ein Verbrechen begangen haben
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Ablehnung des Asylantrags
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Verstoß gegen die Visumsdauer
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Verhaltensweisen, die die öffentliche Sicherheit gefährden
Eine Abschiebung kann auf drei Hauptarten erfolgen:
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Abflugbefehl
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Ausschlussverfügung (vorübergehendes Einreiseverbot)
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Abschiebungsanordnung
3. Rechtsmittelmöglichkeiten gegen Abschiebungsverfügungen
a) Schlichtungsverfahren
Wird ein Ausweisungsbescheid erlassen, kann die betroffene Person in der Regel beim Immigration and Refugee Board (IRB) – Immigration Appeal Division (IAD) – . Dieses Recht besteht jedoch nicht in jedem Fall. Es kann eingeschränkt sein, insbesondere bei schweren Straftaten.
b) Risikobewertung vor der Entfernung (PRRA)
vor ihrer Abschiebung eine Risikobewertung vor der Abschiebung (Pre-Removal Risk . Ziel der PRRA ist die Beurteilung, ob der Person bei einer Rückkehr in ihr Heimatland ein ernsthaftes Risiko von Menschenrechtsverletzungen droht. Der Antragsteller muss Folgendes nachweisen:
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Foltergefahr
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Gefahr der Todesstrafe
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Die Bedrohung durch Verfolgung oder Krieg
Wird der PRRA-Antrag angenommen, wird die Person nicht abgeschoben und darf in Kanada bleiben.
4. Antrag an das Bundesgericht (Gerichtliche Überprüfung)
von Abschiebungsentscheidungen Bundesgerichtshof von Kanada . Dies ermöglicht dem Gericht, die Rechtmäßigkeit der Entscheidung der Regierung zu prüfen.
Antragsfrist:
Im Allgemeinen muss der Antrag innerhalb von 15 Tagen nach Erhalt des Ausweisungsbescheids beim Bundesgericht eingereicht werden.
Antrag auf Aussetzung der Abschiebung:
Während des laufenden Verfahrens ein Antrag auf Aussetzung der Abschiebung gestellt werden. Diese Anordnung setzt das Abschiebeverfahren vorübergehend aus.
5. Asylanträge und ihre Auswirkungen
Personen, die in Kanada einen Asylantrag gestellt haben, dürfen vor Abschluss ihres Asylverfahrens nicht abgeschoben werden. Wird ein Asylantrag jedoch abgelehnt, kann eine Abschiebungsverfügung erlassen werden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, über folgende Rechtswege in das Verfahren einzugreifen:
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Antrag bei der Berufungsabteilung für Flüchtlinge (RAD)
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Erneuter Antrag mit neuen Beweismitteln
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Antrag auf internationalen Schutz (z. B. Ersuchen um Intervention der Vereinten Nationen)
6. Antrag aus humanitären und mitfühlenden Gründen (H&C-Antrag)
Abschnitt 25 des Einwanderungs- und Flüchtlingsschutzgesetzes (IRPA) Personen, denen in Kanada die Abschiebung droht, humanitäre und mitfühlende Gründe (H&C) stellen. Folgende Faktoren werden bei diesem Antrag berücksichtigt:
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Langjähriger Einwohner Kanadas
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Familienbande
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Die Situation der Kinder
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Integrationsgrad
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Gesundheitszustand
Aufgrund dieses Antrags kann die Abschiebung der Person verschoben oder aufgehoben werden.
7. Schutz nach der kanadischen Verfassung und dem Völkerrecht
a) Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten
Abschiebungsverfahren können ausgesetzt werden, wenn sie eine Verletzung des Rechts Artikel 7 . Die Gerichte prüfen Abschiebungsverfahren im Hinblick auf die Verletzung von Grundrechten und Grundfreiheiten.
b) UN-Flüchtlingskonvention und CAT
Kanada ist Unterzeichner der Genfer Flüchtlingskonvention und des Übereinkommens gegen Folter (CAT). Daher ist die Rückführung von Personen in Länder, in denen ihnen Verfolgung oder Folter droht, verboten (Non-Refoulement-Prinzip).
8. Bewertungskriterien für Entscheidungen zur Aussetzung von Abschiebungsverfahren
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Die Ernsthaftigkeit des Antrags und die Stärke der Beweislage
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Gefahren, denen eine Person bei der Rückkehr in ihr Heimatland ausgesetzt sein wird
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Die Situation und das Wohl des Kindes
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Risiko des Familienzusammenbruchs
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Risiko sozialer Isolation
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Ob es eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt
9. Die Rolle von Anwälten und der Prozesskostenhilfe
Für Personen, denen die Abschiebung droht, ist die Vertretung durch einen qualifizierten Anwalt unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle verfügbaren Rechtsmittel rechtzeitig und umfassend ausgeschöpft werden. Insbesondere:
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PRRA- und H&C-Anträge
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Anträge vor dem Bundesgericht
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Sammeln und Präsentieren von Beweismitteln
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die Verteidigung von Grundrechten
spezialisierter Anwalt
10. Schlussfolgerung
In Kanada unterliegen Abschiebungsverfahren spezifischen Verwaltungs- und Gerichtsverfahren und können in vielen Fällen rechtmäßig gestoppt werden. Schutz für Betroffene besteht durch das PRRA (Procession Act), Anträge nach dem High Court of Appeals (H&C), die Aufsicht des Bundesgerichts und Rechtsmittel gemäß der kanadischen Verfassung. Die effektive Durchführung dieser Verfahren hängt jedoch unmittelbar von der Einhaltung der Antragsfristen und der Kenntnis der rechtlichen Schutzmaßnahmen ab.
